Hallo Günter Platter —
Du Speerspitze gegen die terroristische Bedrohung!
Du läßt uns alle von vorn bis hinten bespitzeln, hörst unsere Telefonate ab, liest unsere E-mails mit und läßt uns Tag und Nacht von Videokameras filmen.
Du erfindest immer neue Ausweise, voller Bilder, Fingerabdrücken und sonstigen biologischen Genmaterialen (Stuhlprobe?), damit sich ja keiner von den bösen Terroristen eine unserer Idäntitäten aneigenen kann. Wir haben ja nix zu verbergen, wir haben nix zu befüchten. Und wir kämen auch niemals auf die Idee, dass mit dem ganzen Überwachungsscheiß irgendwie wir gemeint sein könnten, ja sicherlich.
Und trotz deiner herkulischen Anstrengugen ist es dir bis jetzt versagt geblieben, einen durchschlagenden Erfolg gegen rauschbärtige Hinterwäldler, die sich unserer aufgeklärten Lebensweise mit Gewalt widersetzen und in den abgelegenen Gebirgstälern herumstreunen, verbuchen zu können. Im schwer zugänglichen Zillertal treiben zum Beispiel die selbsternannten „Schürzenjäger” noch immer ihr schreckliches Unwesen.
Undank ist der Welten Lohn!
Aber immerhin haben deine Schergen den austriakischen Mini-Osama mit seiner Internet-Al-Kaida dingfest machen können! Und da hast du dir jetzt sicherlich gedacht, diese Schiene läßt sich ausbauen – oder?
Also hast du dich offensichtlich entschlossen, Jagd auf Irre zu machen: Nachdem die Sache mit dem Schmalspur-Taliban so glatt abgelaufen ist, was hätten wir da noch für Irre im Angebot? Mhh: Komische ältere Herrn in purpurenen langen Kleidern und mit komischen Hüten , die unverständlichen Schwachsinn von sich geben, nein. – Schmierige Typen, die der Meinung sind, dass „Omo” besser wäscht als der „Weiße Riese”, nein. – Aber wie wär's mit TierschützerInnen, das sind doch die Wahnsinnigen, die den Damen unserer Döblinger Regimenter auf den Pelz spucken! Das geht zu weit, die kommen dran!
Also, tätarätä! Alle Mann aus den Federn! Einsatzkommando los ...
Darum, weil unser Günter so gern Jagd auf Irre macht und dabei auf Höflichkeit, Anstand und Rechte verzichten läßt, veröffentlichen wir hier folgende Presseaussendung:
Gemeint sind wir alle - Unterstützungsaufruf für Betroffene der Repressionswelle
Quelle: http://at.indymedia.org/node/10343
22.5.2008., 15:25
Gemeint sind wir alle!
14 Hausdurchsuchungen und 10 Verhaftungen waren das Resultat einer groß angelegten Repressionswelle gegen TierrechtsaktivistInnen am 21. Mai 2008. Die Polizei ging dabei äußerst brutal und in jedem Fall unverhältnismäßig vor. Die Betroffenen befinden sich derzeit in Haft. Ob und wann sie freigelassen werden, ist unklar. Derartige Repression ist in unserem alltäglichen politischen Umfeld ungewohnt. Dennoch zeigt dieses Handeln erneut auf, was von seiten der staatlichen Behörden zu erwarten ist.
Repression beschränkt sich allerdings nicht auf Hausudurchsuchungen und Verhaftungen. Repression geschieht ebenso durch die Medienberichterstattung, die den Erfolg der Polizei im ‚Kampf gegen das Verbrechen‘ herausstreicht. Repression geschieht durch vage Angaben, dass weitere Maßnahmen geplant seien. Repression geschieht durch die ständig immanente Drohung: „Mach nichts, dann passiert dir nichts.“
Ob und wie Repression stattfindet, wird durch staatliche Behörden entschieden. Darauf haben wir wenig Einfluss. An uns liegt es mehr, sich möglicher Repression bewusst zu sein, einen Umgang damit zu finden und trotzdem poltitisch handlungsfähig zu bleiben.
Der wohl wichtigste Grundsatz im Umgang mit Repression ist und bleibt Solidarität. Es geht nicht darum, in welcher Bewegung Betroffene aktiv sind. Es geht nicht darum, welche Gruppen und Menschen uns in politischen Zusammenhängen sympathisch sind oder nicht. Repression zielt zwar scheinbar nur auf Einzelne ab, hat jedoch das Ziel, auf möglich viele einzuwirken, viele einzuschüchtern und politisches Handeln zu unterbinden. Nur durch gemeinsames Handeln können wir einen wirksamen Umgang mit Repression finden.
Es gibt Möglichkeiten mit und gegen Repression zu arbeiten. Es geht darum, anwaltliche Vertretung zu organisieren, in Prozessen beizustehen und alles zu tun, um den Schaden für die Betroffenen möglichst gering zu halten. Viele dieser Dinge kosten allerdings mehr Geld, als sich die Betroffenen leisten können. Deshalb braucht es unsere Unterstützung. Spendet für die aktuell Betroffenen, veranstaltet Soli-Partys oder stellt Spendenboxen auf. Zeigen wir den Behörden gemeinsam, dass wir in dieser Situation nicht hilflos sind.

